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Der Status quo seiltechnischer Aufbauten
Oft werden wir in unseren Ausbildungslehrgängen mit der Frage konfrontiert, ob jetzt dieser oder jener Aufbau zulässig sei oder der „Lehrmeinung“ entspricht
Aussagen wie: „Aber es ist doch Pflicht, dass man redundant arbeit“ oder „es ist doch verboten Twist Lock Karabiner zu verwenden“ sind an der Tagesordnung.
Dahinter steht das Bedürfnis sich „richtig“, also im Sinne einer Rechtsförmlichkeit verhalten zu wollen.
Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, sich aus dem Wust von artverwandten Lehrschriften, Rechtsbegriffen und Verordnungen konkrete Verhaltensregeln zu filtern, die ein eindeutiges Ja oder Nein in diesem Bereich zulassen.

Allgemeine Rechtsbegriffe
Die allgemeine Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflicht
Diese grundlegende Pflicht unseres Handelns ist im BGB definiert: „Pflicht zum Handeln – oder Unterlassen – zum vermeiden, verhindern oder vermindern von abwendbaren Gefahren für Benutzer oder Dritte.“
Für den Trainer ergibt sich daraus folgende Verpflichtung:

Wer eine Gefahrenquelle schafft, erkennt oder hätte erkennen können hat die zum Schutze der Benutzer und unbeteiligter Dritter notwendigen und erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Gefahren aller Art bei bestimmungsgemäßer Verwendung vorbeugend sicher zu vermeiden.

Die erforderlichen Maßnahmen werden als Technikklausel in einer dreistufigen Pyramide näher definiert:

Die allgemein anerkannten Regeln der Technik
Normenorganisationen wie der „DIN e.V.“ werden z.B. vom Staat beauftragt in wichtigen Bereichen durch die Erarbeitung von normierten Maßnahmen eine Grundlage zu schaffen.
Dabei ist nicht jedes Gremium dazu ermächtigt allgemeine Regeln der Technik zu formulieren. Der BGH hat nach Bauer Vorraussetzungen zum Schaffen allgemein anerkannter Regeln der Technik definiert. So muss z. B. ein Gremium durch die Mitarbeit von Fachleuten aller betroffenen Bereiche als technisch repräsentativ nachweisbar legitimiert sein. Organisationen, die diese organisatorischen Voraussetzungen nicht in ihrer Satzung vorsehen und im Einzelfall einhalten, können nach Bauer auch keine allgemein anerkannten Regeln der Technik schaffen.
Die Definition des Bundesverfassungsgerichtes zu anerkannten Regeln der Technik lautet:
Von der Mehrheit der Fachleute anerkannte,
  • wissenschaftlich begründete
  • praktisch erprobte
  • ausreichend bewährte
Regeln zum Lösen – in unserem Fall – sicherheitstechnischer Aufgaben.

Das Einhalten der allgemein anerkannten Regeln der Technik reicht aber im Einzelfall unter Umständen nicht aus, um sich rechtsförmlich zu verhalten. Prinzipiell sind Regeln danach zu prüfen ob sie im jeweiligen Fall anwendbar sind, dem ihm bekannten Stand der Technik entsprechen
welche Änderungen und Ergänzungen notwendig sind um den Stand der Technik einzuhalten  und wieweit dies nachgewiesen und dokumentiert ist.


Die Technikklauseln im Überblick
Die Technikklauseln im Überblick

Der Stand der Technik
Der Stand der Technik baut auf den Regeln der Technik auf. Der Stand der Technik ist entscheidend für den Nachweis zur Einhaltung der Sorgfaltspflicht.
BGH: Es genügt nicht DIN Normen zu erfüllen, wenn die technische Entwicklung darüber hinausgegangen ist.
Das Gleiche gilt, wenn sich bei der Benutzung eines technischen Gerätes Gefahren gezeigt haben, die in DIN Normen nicht berücksichtigt sind.  D. h. der Stand der Technik geht über die allgemeinen Regeln der Technik heraus und enthält das Fachleuten verfügbare Fachwissen, welches wiederum

  • wissenschaftlich begründet
  • praktisch erprobt
  • ausreichend bewährte
Regeln zum Lösen sicherheitstechnischer Aufgaben beinhaltet.

Der Stand der Technik wird in einem Schadens- oder Streitfall immer vom Gericht geprüft und entschieden. Maßgeblich sind dafür Gutachten die durch Auswertung von Schriften, Kongressen und so weiter von meist öffentlich bestellten und amtlich beeidgten Sachverständigen erstellt werden.
Nur das Einhalten des so definierten und nachweisbaren Standes der Technik entspricht dem vollen Erfüllen der persönlichen Sorgfaltspflicht für Handeln oder Unterlassen.

Stand von Wissenschaft und Technik
Der Stand der Wissenschaft ist die höchste Technikklausel, die den aktuellen Forschungsstand in einem Fachgebiet darstellt. Dabei ist das Fachwissen
  • wissenschaftlich begründet
  • technisch als durchführbar erwiesen
  • ohne praktische Erprobung
  • ohne ausreichende Bewährung
Was nach dem Stand von Wissenschaft und Technik für Regeln nicht erkennbar war, kann auch durch alle Sorgfalt nicht vermieden werden.

Im Dschungel der Lehrmeinungen
Viele Fachkreise diskutieren sicherheitstechnische Inhalte. Es gibt mittlerweile einige Publikationen, die das ein oder andere Thema anschneiden. Allerdings kann man noch bei weitem nicht von einem harmonisierten und integrativen Regelwerk reden. Viele technische Dokumentationen stehen sich sogar inhaltlich gegenüber.
Leider ist eine Diskussion über viele Themen sehr langsam und zieht sich über Jahre hin.
Mit großer Sicherheit lässt sich daher sagen:

Das reine unreflektierte Nachahmen von technischen Regeln aus einer beliebigen Publikation reicht nicht aus, um die Einhaltung der oben beschriebenen Sorgfaltspflicht zu garantieren.
Das gilt prinzipiell für alle Publikationen, Lehrpläne, usw. aller Verlage und privater Verbände.
Dies gilt auch für die Inhalte dieser web Seite !!!
Allerdings sind die Inhalte auf unsere Seite wissenschaftlich belegt, in vielen Lehrgängen und in der Trainingspraxis erprobt und ausreichend bewährt. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, dass die Inhalte zurzeit zum Stand der Technik gehören.


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