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Moderation
Intervention


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Moderation


Aufgaben einer Person, die einen Prozess moderiert, sind:
  • dafür zu sorgen, dass die Gruppe arbeitsfähig ist und bleibt!
  • die Verantwortung zu tragen, dass die Gruppe ein Ergebnis erarbeiten kann.
Eine moderierende Person leitet oder führt eine Gruppe. Ihr Stil, die Gruppe zu leiten, ist gekennzeichnet durch eine ganz spezifische Grundhaltung; die sie besitzt oder um die sie sich sehr bemüht: Diese Person ist in erster Linie Unterstützer. Sie unterstützt die Teilnehmenden, indem sie Inhalte an den geeigneten Stellen einbringt, sodass sie in die bereits vorhandenen individuellen Strukturen und Lernprozesse integriert werden können. Aus diesem Grundverständnis heraus sagt sie nicht, was (aus ihrer Sicht) richtig oder falsch, zu tun oder zu unterlassen ist, sondern hilft der Gruppe, eigenverantwortlich zu arbeiten, d.h. die Lösungen für ihre Fragen oder Probleme selbst zu finden und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zur Problemlösung zu beschließen. Sie weiß, dass sie nicht alles (besser) weiß!

„Lass dir aus dem Wasser helfen,
oder du wirst ertrinken“,
sprach der freundliche Affe
und setzte den Fisch sicher auf einen Baum.“

Begriffsklärung:
Was verstehen wir unter Präsentation ?
  • Vermittlung von Inhalten
  • Trainer sorgt aktiv für Inhalt
  • Trainer sorgt für den Rahmen (Prozess)
  • Teilnehmende nehmen eher passiv auf
  • Teilnehmende als Konsument von Wissen
Was verstehen wir unter Moderation ?
  • Ermittlung von Inhalten
  • Trainer sorgt aktiv für den Rahmen (Pozess)
  • Teilnehmende erarbeiten den Inhalt
  • Teilnehmende als Produzent von eigenem Wissen



Um in diesem komplexen Geschehen effektiv wirken zu können, braucht die moderierende Person spezifische Fähigkeiten

Wahrnehmen können
Geschärfte Sinne und waches Aufnahmevermögen sind elementare Qualifikationen einer Gruppenleitung. Dabei nimmt der Trainer nach außen und nach innen wahr. Außenwahrnehmung erfasst z.B., wie es den TeilnehmerInnen geht, wer gerade zuhört, wer nicht? Innenwahrnehmung erfasst z.B. den eigenen Zustand und die damit verbundenen Empfindungen, Gedanken, Emotionen und Intuitionen.

Selbstmanagement
Gerade in kritischen Situationen hängt viel von der Reaktion der moderierenden Person ab. Wichtig wäre es, auch oder gerade in „stressigen“ Situationen Ruhe, Gelassenheit und Übersicht zu bewahren.

Menschen in ihren Bedürfnissen wahrnehmen können
In der Arbeit mit Menschen ist eine vielfältige, soziale Kompetenz entscheidend.
Dazu gehört:
• Leicht Beziehungen zu Menschen knüpfen zu können
• Menschen wirklich erreichen und emotional berühren zu können
• Menschen vermitteln zu können, dass sie wahrgenommen und wert geschätzt werden
• Die Wirkung des eigenen Verhaltens einschätzen zu können
• Sich in Bedürfnisse und Standpunkte der anderen hineinversetzen zu können

Physische und psychische Präsenz (Charisma)
Sie ist an das Vorhandensein von genügend physischer und psychischer Energie gebunden und setzt ein gutes Selbstbewusstsein voraus. Die Präsenz der leitenden Person zeigt sich darin, dass sie zwischen Wahrnehmungspositionen flexibel wechseln kann. Ihr fällt es leicht, sich in die TeilnehmerInnen hineinzuversetzen und damit seine Wirkung nach außen abzuschätzen. Sie kann das „lernende System“ als ganzes überblicken und erkennen.

Fachliche Kompetenz
In der Moderation ist dies vor allem die Fähigkeit, Prozesse zu moderieren und zu gestalten. Für Training und Präsentation kommt noch inhaltliche Kompetenz hinzu.

Lehren können
oder didaktische Kompetenz. Effektiv Lehrende wissen um Wege, den TeilnehmerInnen die Themen so zu präsentieren, dass sie von diesen so leicht wie möglich aufgenommen, verstanden und umgesetzt werden können. Sie können bewusste und unbewusste Lernprozesse aktivieren.

Führen können
Die Rolle des Moderierenden ähnelt in vielem der einer Führungskraft. Die wichtigste Aufgab einer Führungskraft ist, dass die Kompetenzen und Potentiale der MitarbeiterInnen optimal entfaltet werden können. Die Rolle der Führungskraft benötigt zweierlei: Zum einen braucht sie spezifische Führungsfähigkeiten. Zum anderen ist es aber auch eine Frage der Persönlichkeit.
 
 
Vorbereitung einer Moderation
Der Erfolg einer Moderation hängt ganz entscheidend von deren Vorbereitung ab! Für eine gründliche Arbeit sollte man die folgenden vier Aspekte berücksichtigen:
  • Inhaltliche Vorbereitung
  • Methodische Vorbereitung
  • Organisatorische Vorbereitung
  • Persönliche Vorbereitung
Einstieg
Beginnen, Positives Arbeitsklima schaffen, Orientierung für gemeinsame Arbeit geben

Themen sammeln
Themen festlegen die bearbeitet werden könnten – folgende Vorgangsweise wäre möglich:
• Formulierung einer präzisen, zielgerichteten Fragestellung und Visualisierung der Frage an der
Pinnwand.
Ziel: Konzentrieren der Gedanken der Teilnehmenden auf die gemeinsame Zielsetzung.
• Verteilen von Moderationskarten an die Teilnehmenden mit der Aufforderung schriftlich zu antworten
Ziel: Sammlung von Einfällen zur Fragestellung (Thema) Einbeziehen aller Teilnehmenden und Themenwünsche
• Karten einsammeln und an der Pinnwand ordnen und strukturieren
Ziel: Überblick gewinnen, Transparenz schaffen, inhaltliche Schwerpunkte finden

Thema auswählen
Jetzt soll festgelegt werden, welches Thema wann bearbeitet wird – Prioritäten setzen, folgende Vorgangsweise wäre möglich:
• Erstellen eines Themenspeichers, d.h. Auflistung der gefundenen Themen an Pinnwand oder Flip-Chart
Ziel: Die Oberbegriffe auf einen Blick erfassbar machen. Das Weiterarbeiten (methodisch) erleichtern.
• Formulierung einer zielgerichteten Fragestellung und deren Visualisierung an der Pinnwand
Ziel: Konzentrieren der Gedanken der Teilnehmenden auf die Zielsetzung dieses Moderationsschrittes
Anregen zur Wahl der persönlich priorisierten Themen
• Themen mittels Punkt gewichten lassen, d.h., die Teilnehmenden werden aufgefordert, mit
Klebepunkten ihr Votum abzugeben.
Ziel: Gesammelte Themen in die von den Teilnehmenden gewünschte Rangfolge bringen
Mitbeteiligung der Teilnehmenden

Thema bearbeiten
Themen werden entsprechend der festgelegten Rangordnung behandelt. Hier können Kleingruppenarbeiten in Plenumdiskussionen münden.
Ziel: Möglichst effiziente Themenbearbeitung gewährleisten.

Maßnahmen planen
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem die Ergebnisse des vorherigen Schrittes in Maßnahmen umgewandelt werden.
• Matrix des Maßnahmenplans an der Pinnwand visualisieren.
Ziel: Struktur für die weitere Arbeit schaffen.
• Die als notwendig erachteten Aktivitäten in die Matrix eintragen.
Ziel: Die für eine konkrete Realisierung vorgesehenen Aktivitäten für alle sichtbar zu dokumentieren.
• Für jede Maßnahme Verantwortlichkeiten und Terminierungen festlegen sowie eine Kontrollschleife vereinbaren.
Ziel: Teilnehmende zu konkreten Aktivitäten verpflichten und eindeutige Termine fixieren, um die Realisierung der Maßnahmen zu gewährleisten.

Abschluss
Die inhaltliche Arbeit ist nun beendet. Es bietet sich an, jetzt den Gruppenprozess zu reflektieren, d.h. gemeinsam folgende Fragen zu beantworten:
• Wurden meine Erwartungen erfüllt?
• Habe ich die Arbeit effektiv erlebt?
• Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden?
• Habe ich mich in der Gruppe wohlgefühlt?

Eine solche Reflexion kann auch zu einem früheren Zeitpunkt sinnvoll sein, nämlich dann, wenn..
... Teilnehmende Unzufriedenheit äußern,
... die inhaltliche Arbeit ins Stocken gerät,
... die Arbeit durch eine längere Pause unterbrochen war.

Der Moderator/die Moderatorin beendet die Veranstaltung z.B. mit einem Dank an die Teilnehmenden.


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